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Aktualisiert am 06. September 2026 EN

Saisonalität im September im S&P 500: Ist der "schlimmste Monat des Jahres" wirklich so schlimm?

Der September ist als der schlechteste Monat für Aktien bekannt. Aber die Schlagzeile erzählt nicht die ganze Geschichte. Unsere Analyse des S&P 500 und aller 11 GICS-Sektoren zeigt, wo die Schwäche im September am ausgeprägtesten ist - und einen Sektor, der sich historisch dem Trend widersetzt.

Was uns die Historie wirklich zeigt

Der September gilt seit Langem als einer der schwächsten Monate für US-Aktien. Ein Blick auf die historische Saisonalität des S&P 500 und aller 11 GICS-Sektoren bestätigt dieses Bild grundsätzlich.

Die Schwäche ist allerdings keineswegs gleichmäßig über den Markt verteilt.

Einige Sektoren zeigen im September eine klare negative Tendenz bei Durchschnittsrendite, Median und Trefferquote. Bei anderen fällt zwar die durchschnittliche Rendite negativ aus, der typische September war historisch jedoch positiv. Das deutet darauf hin, dass einzelne starke Abwärtsbewegungen – und nicht durchgehend negative Renditen – einen wesentlichen Teil des September-Effekts erklären.

Um zu sehen, wo die saisonale Schwäche historisch am stärksten ausgeprägt war, ordnen wir alle 11 GICS-Sektoren nach ihrer durchschnittlichen September-Rendite – vom schwächsten bis zum stärksten Sektor.

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S&P 500 (SPY): Schwacher Durchschnitt, positiver Median

spy S.png Bevor wir uns die einzelnen Sektoren ansehen, dient der Gesamtmarkt als wichtige Benchmark.

SPY erzielte im September historisch eine durchschnittliche Rendite von -0,5 % und damit den schwächsten Monatsdurchschnitt des Jahres. Gleichzeitig liegt die Median-Rendite im September bei +0,6 %, während 54,5 % aller beobachteten September-Monate positiv endeten.

Auch die Bandbreite der Ergebnisse ist groß: Der beste September brachte +9,0 %, während der schlechteste bei -10,5 % lag.

Die Differenz zwischen Durchschnitt und Median ist entscheidend. Historisch war der September also nicht einfach ein Monat, in dem der Markt häufiger fällt als steigt. Vielmehr waren einzelne negative September-Monate stark genug, um den langfristigen Durchschnitt unter null zu drücken.

Bei einigen Sektoren ist dieser Effekt sogar noch deutlicher.


1. Real Estate (XLRE): Das schwächste September-Profil

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Real Estate steht am unteren Ende unseres September-Rankings.

XLRE erzielte im September historisch eine durchschnittliche Rendite von -2,9 %, bei einem Median von -1,7 % und einer Trefferquote von lediglich 30,0 %. Im schwächsten September verlor der Sektor -13,2 %.

Anders als beim S&P 500 zeigen hier alle drei Kennzahlen in dieselbe Richtung: Durchschnitt, Median und Trefferquote signalisieren Schwäche. Das deutet darauf hin, dass die schwache September-Performance von Real Estate nicht ausschließlich auf wenige extreme Ausreißer zurückzuführen ist.

Zu beachten ist allerdings die geringere Datenhistorie. Für XLRE liegen lediglich 10 September-Beobachtungen vor, weshalb die Ergebnisse vorsichtiger interpretiert werden sollten als bei Sektoren mit längerer Historie.


2. Materials (XLB): Breite September-Schwäche

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Materials gehören historisch zu den schwächsten Marktsegmenten im September.

XLB erzielte durchschnittlich -2,4 %, bei einer Median-Rendite von -1,4 % und einer Trefferquote von 44,4 %. Im schwächsten September fiel der Sektor um deutliche -16,5 %.

Besonders relevant ist der negative Median. Im Gegensatz zu Sektoren, bei denen wenige starke Rückgänge den Durchschnitt verzerren, war auch der typische September für Materials negativ.

Damit gehört XLB zu den klarsten Beispielen für eine breit ausgeprägte historische September-Schwäche.


3. Communication Services (XLC): Schwäche über die gesamte Verteilung

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Communication Services erzielten im September historisch eine durchschnittliche Rendite von -2,0 %, begleitet von einem Median von -1,5 % und einer Trefferquote von lediglich 37,5 %.

Die Kombination dieser Kennzahlen spricht eher für eine breite Schwäche als für einen negativen Durchschnitt, der ausschließlich durch wenige extreme Jahre verursacht wurde.

Allerdings besitzt XLC die kürzeste Historie in unserer Analyse. Es liegen lediglich acht September-Beobachtungen vor. Das saisonale Profil ist in den vorhandenen Daten klar negativ, sollte aufgrund der kleinen Stichprobe jedoch entsprechend vorsichtig interpretiert werden.


4. Technology (XLK): Starke Rückgänge belasten den Durchschnitt

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Technology erzielte im September ebenfalls eine durchschnittliche Rendite von -2,0 %. Damit gehört der September zu den schwächeren Monaten eines ansonsten langfristig starken Sektors.

Unterhalb des Durchschnitts zeigt sich allerdings ein ausgeglicheneres Bild. Die Median-Rendite von XLK liegt bei ungefähr 0 %, während die Trefferquote 48,1 % beträgt.

Der schwächste September brachte hingegen einen deutlichen Rückgang von -17,9 % – einer der größten negativen Ausreißer unter allen untersuchten Sektoren.

Die Differenz zwischen dem Durchschnitt von -2,0 % und einem nahezu unveränderten Median deutet darauf hin, dass einzelne besonders schwache September-Monate einen überproportionalen Einfluss auf die historische Durchschnittsrendite des Technologiesektors hatten.


5. Financials (XLF): Konsistent negative Tendenz

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Financials befinden sich im Mittelfeld der schwächeren September-Sektoren.

XLF erzielte historisch eine durchschnittliche September-Rendite von -1,2 %, bei einem Median von -0,6 % und einer Trefferquote von 44,4 %. Der schwächste September brachte einen Rückgang von -11,5 %.

Anders als bei Technology besteht keine große Differenz zwischen Durchschnitt und Median. Beide Kennzahlen sind negativ.

Das deutet darauf hin, dass die historische September-Schwäche bei Financials breiter über die einzelnen Beobachtungen verteilt war und nicht ausschließlich durch wenige starke Abwärtsbewegungen erklärt werden kann.


6. Health Care (XLV): Defensiv – aber nicht im September

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Health Care weist ebenfalls eine durchschnittliche September-Rendite von -1,2 % auf. Die Trefferquote fällt mit 40,7 % sogar noch schwächer aus, während der Median bei -0,6 % liegt.

Im schwächsten September verlor XLV -14,5 %.

Das ist insbesondere deshalb interessant, weil Health Care grundsätzlich als defensiver Aktiensektor gilt. Historisch haben sich diese defensiven Eigenschaften im September jedoch nicht in einer stärkeren Saisonalität widergespiegelt.

Sowohl die Häufigkeit als auch die Größenordnung negativer Renditen sprechen für einen klaren saisonalen Gegenwind.


7. Industrials (XLI): Der Median erzählt eine andere Geschichte

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Industrials erzielten im September historisch durchschnittlich -1,1 %. Die zugrunde liegende Verteilung fällt jedoch deutlich positiver aus.

Die Median-Rendite liegt bei +0,2 %, während 51,9 % aller September-Monate positiv endeten. Gleichzeitig verlor XLI im schwächsten September -14,7 %.

Damit ähnelt das Muster dem S&P 500. Der typische September war für Industrials nicht zwangsläufig negativ.

Stattdessen haben einzelne starke Abwärtsbewegungen die langfristige Durchschnittsrendite unter null gedrückt.


8. Energy (XLE): Der Durchschnitt verdeckt einen starken Median

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Energy ist vielleicht das deutlichste Beispiel dafür, warum Durchschnittsrenditen nicht isoliert betrachtet werden sollten.

XLE erzielte im September historisch durchschnittlich -0,8 %. Die Median-Rendite liegt dagegen bei überraschend starken +1,6 %, während 51,9 % der Beobachtungen positiv ausfielen.

Die Differenz ist erheblich.

Der schwächste September brachte einen Rückgang von -14,9 %, was dabei hilft zu erklären, warum der langfristige Durchschnitt trotz eines positiven Medians negativ bleibt.

Der typische September war für Energy historisch somit deutlich stärker, als es die durchschnittliche Rendite vermuten lässt. Ein wesentlicher Teil der saisonalen Schwäche lässt sich durch negative Extremereignisse erklären.


9. Consumer Discretionary (XLY): Moderate, aber konsistente Schwäche

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Consumer Discretionary erzielte im September historisch eine durchschnittliche Rendite von -0,7 %, bei einem Median von -0,6 % und einer Trefferquote von 44,4 %.

Im schwächsten September verlor XLY -12,6 %.

Anders als bei Energy oder Industrials liegen Durchschnitt und Median relativ nah beieinander. Das spricht dafür, dass die September-Schwäche vergleichsweise konsistent war und nicht hauptsächlich durch wenige extreme negative Beobachtungen verursacht wurde.

Der saisonale Gegenwind fällt damit zwar geringer aus als bei Technology oder Materials, bleibt innerhalb der Verteilung aber klar erkennbar.


10. Consumer Staples (XLP): Vergleichsweise robust

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Consumer Staples erzielten ebenfalls eine durchschnittliche September-Rendite von -0,7 %, das zugrunde liegende Profil fällt jedoch etwas stabiler aus.

Der Median liegt nahezu unverändert bei -0,1 %, während die historische Trefferquote 44,4 % beträgt. Der schwächste September brachte einen Rückgang von -9,0 %.

Verglichen mit vielen zyklischen Sektoren fällt die Größenordnung der historischen Schwäche damit relativ moderat aus.

Consumer Staples konnten sich dem September-Effekt zwar nicht vollständig entziehen, zeigten historisch aber eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber starken Abwärtsbewegungen als viele andere Marktsegmente.


11. Utilities (XLU): Der klare September-Ausreißer

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Utilities stehen am anderen Ende unseres Rankings.

XLU ist der einzige GICS-Sektor mit einer positiven durchschnittlichen September-Rendite. Diese liegt zwar lediglich bei +0,1 %, doch die weiteren Kennzahlen fallen deutlich stärker aus.

Die Median-Rendite beträgt +1,1 %, während 63,0 % aller beobachteten September-Monate positiv endeten.

Damit weist Utilities die höchste September-Trefferquote aller untersuchten Sektoren auf.

Der positive Durchschnitt mag zunächst unspektakulär wirken. Die Kombination aus positivem Durchschnitt, positivem Median und hoher Trefferquote macht Utilities jedoch zum klaren Ausreißer. Historisch war der September für Utilities deutlich freundlicher als für den breiten Aktienmarkt.


Was uns der September-Effekt wirklich zeigt

Das Ranking der einzelnen Sektoren zeigt, wie unterschiedlich die September-Saisonalität historisch ausgeprägt war.

Auf der einen Seite stehen Real Estate und Materials mit negativen Durchschnittsrenditen, negativen Medianen und niedrigen Trefferquoten. Auf der anderen Seite befinden sich Utilities als einziger Sektor mit einer positiven durchschnittlichen September-Rendite und einer Trefferquote von 63 %.

Dazwischen zeigt sich ein weiteres interessantes Muster.

SPY erzielt durchschnittlich -0,5 %, obwohl der Median bei +0,6 % liegt. Energy kommt auf -0,8 % bei einem Median von +1,6 %. Bei Industrials stehen -1,1 % Durchschnitt einem Median von +0,2 % gegenüber.

Der September-Effekt scheint daher nicht ausschließlich darauf zurückzuführen zu sein, dass Aktien in diesem Monat häufiger fallen.

Ein wesentlicher Bestandteil ist vielmehr die Asymmetrie auf der Unterseite.

Historisch sind mehrere Marktsegmente im September mindestens genauso häufig gestiegen wie gefallen. Wenn negative September-Monate auftraten, waren einige dieser Rückgänge jedoch groß genug, um die langfristigen Durchschnittsrenditen deutlich nach unten zu ziehen.

Interessant ist zudem der saisonale Übergang unmittelbar danach. Beim SPY verbessert sich die durchschnittliche Rendite von -0,5 % im September auf +1,7 % im Oktober und +2,5 % im November. Gleichzeitig endeten 78,8 % der November-Beobachtungen positiv.

Der September sollte daher nicht als isoliertes bearishes Handelssignal verstanden werden. Die historischen Daten sprechen vielmehr für ein differenzierteres Bild:

Der September war historisch durch schwächere Durchschnittsrenditen, deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren und eine erhöhte Asymmetrie auf der Unterseite geprägt – unmittelbar bevor sich das saisonale Umfeld in Richtung Q4 deutlich verbessert.

Saisonalität sagt uns nicht, was in diesem September passieren wird. Sie zeigt uns jedoch, wo historische Risiken besonders konzentriert waren – und warum die Aussage „September ist der schlechteste Börsenmonat“ nur einen Teil der eigentlichen Geschichte erzählt.


Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich Informations- und Research-Zwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Finanzberatung oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Obwohl bei der Aufbereitung der dargestellten Daten größtmögliche Sorgfalt angewendet wurde, wird keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Zuverlässigkeit der Daten und Informationen übernommen. Historische Wertentwicklungen und saisonale Muster sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.